'Eternal Sadness' - a accompanying videoinstallation from Fabian Grobe (Bauhouse)
und Tina Winkhaus.
Eternal Sadness
2009 | 110 CM X 110 CM | FOTORAGPRINTS HINTER GLAS | AUFLAGE 3 & 2 AP
Tina Winkhaus zeigt mit ihrer Arbeit Eternal Sadness unverstellt und an der Grenze des Aushaltbaren, den schmalen Grad der uns umgebenden Doppelmoral. Sie spielt mit den äußerlichen Zwängen des Erfolgsmodells einer kindhaften Lolita und den Attributen des Lustobjektes Kind.
Tina Winkhaus führt den Blick des Betrachters hinter die scheinbar perfekten Hüllen. Sie offeriert das Ausmaß seelischer Misshandlung, die Traurigkeit und Einsamkeit derjenigen, die verloren sind in einer Welt, zu der sie noch gar nicht gehören, weil sie ihnen nicht passt. Kinder, die keine mehr sein dürfen und als erzwungene Abbilder der Erwachsenen fungieren, die sich selbst aus dem Blick verloren haben. Eine Arbeit, die an die Substanz geht und für die man sich fremd schämt, sobald man in die Welt hinter die Kulissen geführt wird.
Die Fotografin zeigt bis ins Detail durchgestylte Mini-Models, deren leerer Ausdruck der Augen im Moment der Erschöpfung wie Metaphern für die Sinnlosigkeit des Barbie-Wahn stehen. Gelangweilte Blicke, die wie zuge- dröhnt wirken, die das Stillhalten und Aushalten schmerzlich manifestieren sowie einstudierte Posen, die so aufreizend sind, dass sie beim Betrachter Erschrecken und Unbehagen evozieren.
Sie bringt den Betrachter an den Rand des 'guten Geschmacks' und konfrontiert ihn mit Einheitsbrei und für die Massen taugliche Schönheitsvorstellungen. Somit verschwinden die Individuen, die kleinen Unterschiede, jegliche Form von Charakter und Ausstrahlung und an allererster Stelle das 'Kind' selbst. Was bleibt ist eine Hülle aus pinkem Tüll, Haarspray und bunter Schminke.
Das Kind muss gehen und eine kranke Phantasie wird kreiert. Somit fungiert in Eternal Sadness das Kind als Symbol für die Minderheiten und Andersartigen in unserer Wegwerfgesellschaft sowie für die Opfer der Wettkampfgeneration.
Die Serie Eternal Sadness verbildlicht den Wahn nach ausdrucksloser Perfektion, der wahnwitzigen Vorstellung von Schönheit und die Sinnlosigkeit jeglichen Gleichmachens. Resultierend aus diesen bildlichen Stigmata entsteht die Problematik des Klischees, das Kinder zu Objekten der Begierde werden lässt. Auch wenn dies einer der letzteren Gedanken der Künstlerin beim Herangehen an diesen Arbeitsprozess war, so kommt doch jedem Betrachter die Frage nach dem Kind als Lustobjekt in den Sinn. Zu sehr drängt sie sich beim Anblick der überschminkten Kindergesichter auf. Denn die Tatsache, dass diese Bilder mit den Phantasien kranker Obsessionen zu spielen in der Lage sind, besteht ohne Zweifel.
Auch hier scheinen die Grenzen zwischen Obhut und Begierde fließend zu sein und stehen charakteristisch für eine Welt, in der das Selbständigsein propagiert wird und die Fürsorge vergessen wird.
Eternal Sadness versteht sich als Spiegel, als Aufforderung, den Blick auf das zu richten, was unsere nivel- lierende Gesellschaft mit sich bringt. Die Arbeiten von Tina Winkhaus hinterfragen diesen Wahnwitz, wollen ihn aufdecken und machen den Betrachter automatisch zum Mittäter, weil man hinguckt und nicht anders kann.
Text: Rebekka Çsizmazia
Eternal Sadness
2009 | 110 CM X 110 CM | FOTORAGPRINTS BEHIND GLAS | EDITION OF 3 & 2 AP
In her work ETERNAL SADNESS, Tine Winkhaus shows the undisguised borders of what is bearable and points out to the abysses of our double moral standards. She plays with the external bondages that apply to the success models of child-like Lolita and the attributes of the sex object "child".
Tina Winkhaus leads the eye of the beholder beyond the superficial and perfect shell. She displays the complete range of emotional abuse, sadness and loneliness, of those who are lost in a world to which they don't yet belong, a world they do not yet fit. Children who are forced to grow up and portrayed as adult copies, themselves lost and empty looking. A work that touches you deeply, that shames you as soon as you gaze behind the scenes.
The photographer shows the mini-models with their empty gaze in the moment of exhaustion as a metaphor for the absurdity of the Barbie-craze. Looks or boredom, strung-out, manifest the pain of holding still and sustaining. Learned suggestive poses evoke, shock and unease the spectator.
She brings the on-looker to the edge of "good taste" and challenges his idea of mass-market beauty. With this, the individuals, the small differences, all forms of character and appearances, and the child itself, disappear. What is left is a shell - an empty pink dress, hairspray, and makeup. The child leaves and a sick fantasy is created. The child serves as a symbol for minorities and outsiders in our disposable society, victims of a highly competitive generation.
The series ETERNAL SADNESS depicts the craze for vacant perfection, the ludicruis imagination of beauty and the senslessness of assimilation.
Using a distinct visual pattern, Tina Winkhaus, unintentionally, brings out the cliche, and its deeply ingrained difficulty - turning children into objects of lust. And no viewer can ignore that. Winkhaus imposes this message that clearly appears on the childrens' over made up faces. It can not be denied, these images play with the fantasies of sick obsessions. Here the borders between custody and desire seem to be fluid and stand exemplary for a world that propagates self-reliance and forgets about care.
ETERNAL SADNESS is a mirror, a provocation to face the effects of a leveled-out society. The works of Tina Winkhaus question the absurdity, want to reveal and turn the audience into an accomplice, because you watch and you just cannot defy.Translation: Jambi & Anna (crazy big love dot net)
Make Up & Haare:
Lifti, Liv, Nicole, Liv (Hut), Lenja, Alexandra: Romulo Correa (momaske
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Josephine, Luna, Lili, Romina, Zazie: Troy Dabski (troy@choucroute.de)
Henrike, Marissa: Catrin Kreyess: (mail
catrinkreyess.com)
